„Damit geht ein großer Schatz verloren!“

Dr. Kristina Schröder - Porträt

Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder sprach im Klinikfunk-Interview über die Zukunft des Zivildienstes

Bundesfamilienministerin Schröder bedauert im Klinikfunk-Interview das Ende des Zivildienstes in seiner jetzigen Form

Im Interview bei Radio Klinikfunk Wiesbaden plädiert die Ministerin anlässlich des diesjährigen Wiesbadener Freiwilligentages für einen „bundesweiten freiwilligen Zivildienst“, der auch Frauen und älteren Menschen offenstehen müsse und sechs bis 18 Monate dauern solle. Als Schirmherrin des Freiwilligentages bricht Dr. Kristina Schröder zudem eine Lanze für die Kommunalpolitik: „Es regt mich furchtbar auf, wenn den überwiegend ehrenamtlich tätigen Kommunalpolitikern vorgeworfen wird, sie wollten sich mit ihrer Tätigkeit nur bereichern!“

Die aus Wiesbaden stammende Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Kristina Schröder, bedauert das mit der beschlossenen Aussetzung der Wehrpflicht einhergehende Ende des Zivildienstes in seiner jetzigen Form. In einem am heutigen Donnerstag ausgestrahlten Interview mit Radio Klinikfunk Wiesbaden, dem ehrenamtlich betriebenen Patientenradio in den Wiesbadener Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken (HSK), erklärte die Ministerin, der Zivildienst sei „ein großer Schatz“, der nun leider verloren gehe. Als Ersatz sprach sich Kristina Schröder in dem Interview für die Einführung eines „bundesweiten freiwilligen Zivildienstes“ aus, der „breit aufgestellt“ sein müsse – was konkret bedeute, dass der Dienst auch Frauen und älteren Menschen offenstehen solle und eine flexible Dauer von sechs bis 18 Monaten haben könne. Anlass des Klinikfunk-Interviews mit der Bundesfamilienministerin, zu deren Ressort auch der Bereich Ehrenamt zählt, war der diesjährige Wiesbadener Freiwilligentag, der – unter dem wortspielerischen Motto „WI can change something“ – am kommenden Samstag, dem 2. Oktober 2010, stattfinden wird und dessen Schirmherrin Dr. Kristina Schröder ist.

In dem Interview mit Radio Klinikfunk Wiesbaden e. V. – auch der HSK-Krankenhaussender nimmt am Wiesbadener Freiwilligentag 2010 teil – brach Ministerin Schröder zudem eine Lanze für all jene Bürger, die sich ehrenamtlich in der Politik, vor allem in der Kommunalpolitik engagieren: „Es regt mich furchtbar auf, wenn den überwiegend ehrenamtlich tätigen Kommunalpolitikern, die für ihr Engagement nur eine kleine Aufwandsentschädigung erhalten, vorgeworfen wird, sie wollten sich mit ihrer Tätigkeit ‚nur die Taschen vollmachen’ – dieses Vorurteil ist nicht nur ungerecht, sondern auch sachlich falsch!“, betonte die Ministerin mit hörbarem Nachdruck.

In ihrem Grußwort zum diesjährigen Wiesbadener Freiwilligentag (www.freiwilligentag-wiesbaden.de) hatte Kristina Schröder bereits zuvor alle Bürgerinnen und Bürger der Landeshauptstadt zum Mitmachen aufgerufen: „Das Besondere an freiwilligem Handeln ist doch tatsächlich, dass man sich ganz bewusst dafür entscheidet, sich einer Sache anzunehmen – aus seinem eigenen, freien Willen heraus. Genau deswegen macht es ja auch so viel Spaß! Ich wünsche mir, dass jeder Wiesbadener einen kleinen Teil seiner Zeit und seiner Kraft in unser Gemeinwohl investiert. Denn unser Potenzial ist riesig, und ich bin mir sicher, dass wir gemeinsam auf diesem Weg sehr viel erreichen können!“ Der Freiwilligentag Wiesbaden, der sich die Förderung des ehrenamtlichen Engagements in der Landeshauptstadt zum Ziel gesetzt hat, findet 2010 zum dritten Mal statt. Der Aktionstag geht auf eine Initiative des Freiwilligenzentrums Wiesbaden e. V. in Kooperation mit dem Studienzentrum der Hochschule RheinMain zurück. Radio Klinikfunk Wiesbaden e. V. ist in diesem Jahr erstmals beim Freiwilligentag mit von der Partie. Der Krankenhaussender ist seit 1986 in den Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken auf Sendung und dient mit seinem täglich 24-stündigen Unterhaltungs- und Informationsprogramm dem Zweck, den HSK-Patienten getreu dem Motto „Musik hilft heilen!“ ihren Krankenhausalltag zu erleichtern.